Filmkritik der MovieGuardians

ARRIVAL


Handlung

Copyright: Sony Pictures
Copyright: Sony Pictures

Dr. Louise Banks (Amy Adams) ist Linguistin und unterrichtet Sprachen an der Universität. Als eines Tages 12 Raumschiffe auf der Erde landen, bittet US-Colonel Weber (Forest Whitaker) sie Kontakt mit den Aliens aufzunehmen, deren Sprache zu lernen und herauszufinden, was die Aliens auf der Erde möchten. Gemeinsam mit dem Physiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) begibt sie sich auf diese heikle Mission...

Bewertung MovieShield

Bewertung: 9/10 Punkte

10 Meisterwerk | 9 überragend | 8 sehr gut | 7 gut | 6 hat was | 5 Durchschnitt | 4 für Fans | 3 schwach | 2 schlecht | 1 sehr schlecht

Fazit

Wer ein Invasionskracher aller Independence Day erwartet, wird absolut enttäuscht. Arrival ist mehr eine ruhig erzählte, fast intime und überaus spannende Studie, die den Zuschauer bis zum Finale fesselt und vor diverse, zum Teil philosophische Fragen stellt. Ein Film fürs Hirn.


Kritik im Detail

Stärken

  • Hervorragendes Drehbuch, das einen sehr guten Spannungsbogen aufbaut und dabei, trotz des Szenarios, überaus realistisch umgesetzt ist
  • Starker philosophischer Unterbau, der überaus spannende Fragen aufwirft, mit denen sich der Zuschauer intensiv auseinander setzen kann
  • Reduzierte, aber sehr gelungene Optik, die das Mysterium um die Heptapoden sehr gut unterstützt
  • Sehr gelungene Umsetzung der Alien-Sprache und nachvollziehbares Vorgehen beim Erlernen der Sprache durch die Menschen
  • Meist zurückhaltende aber in den entscheidenden Momenten sehr passende musikalische Untermalung
  • Amy Adams in ihrer bisher vielleicht besten Rolle
  • Überaus interessante Auflösung der Geschichte
  • Die Effekte reißen einen nicht aus dem Hocker, fügen sich aber perfekt ein und sind für das Erzählen der Geschichte zwingend erforderlich

Schwächen

  • Die Konflikte mit den anderen Ländern, insbesondere China, werden zu leicht und zu oberflächlich abgehandelt
  • Großer Sprung in der Kenntnis über die Alien-Sprache bei Louise, der nicht sauber erklärt wird, was aber auch kaum stört

Infos

OT Arrival

Genre Science-Fiction

Regie Denis Villeneuve

Land USA

Jahr 2016

Länge 117 Min

FSK 12

Darsteller

Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker, Michael Stuhlbarg, Mark O´Brien, Tzi Ma


Persönliche Analyse & Hintergründe - Spoiler!

Der Film basiert auf der Kurzgeschichte "Story of Your Life" von Ted Chiang aus dem Jahr 1998, wandelt das Vorgehen der Aliens aber ab.

 

Der Film geht, wie Denis Villeneuve es gern macht, einen anderen Weg als das Genre üblicher Weise. Im Zentrum des Films steht ganz klar die Linguistin Louise, die Kontakt mit den Aliens aufnehmen soll.  Das macht den Film sehr intim, weil fast alles aus ihrem Blickwinkel erzählt wird. Sie treibt die Geschichte voran. Im Gegensatz zu den meisten anderen Filmen dieser Art, stehen hier nicht Waffen im Vordergrund. Getreu dem Satz "Die Feder ist mächtiger als das Schwert" steht die Sprache im Mittelpunkt. Sie ist die Hauptmotivation für die Aliens, zur Erde zu kommen. Arrivals einen dabei einen sehr kleinen Focus, nämlich der Kontaktaufnahme mit den Aliens (bei Independence Day waren das 2 Min. mit Hubschraubern und nicht nachvollziehbaren Lichtsignalen). Dies macht den Film aber sehr intensiv und erlaubt dem Zuschauer, über das gesehen nachzudenken.  

 

Wie sich am Ende herausstellt, sind die Aliens nur gekommen, um uns zu ermöglichen, die Sprache zu lernen. Nicht, weil sie besonders spendabel wären, sondern, weil sie unsere Hilfe in 3000 Jahren brauchen werden. Ein spannender Nebeneffekt ist nämlich, dass man Zeit nicht mehr als lineares Konzept wahrnimmt, wenn man die Sprache lernt. Man kann in Zukunft gucken bzw. sich an sie erinnern.

 

Hier geht der Film voll auf. Das Louise so im Mittelpunkt steht, sie die Sprache lernt und durch die Sprache dann ihre Zukunft sehen kann, nimmt den Zuschauer mit. Sie weiß, dass ihr Mann sie verlassen wird, dass das Kind sterben wird, und dennoch entscheidet sie sich für diesen Weg. Das kann beim Zuschauer allerhand Fragen aufwerfen. Wollen wir unsere Zukunft eigentlich wissen? Würden wir sie ändern wollen? Hätte Louise all das getan, wenn sie gewusst hätte, was am Ende auf sie wartet? Dadurch, dass man sich mit Louise identifizieren kann, sie einen kümmert, werden diese Fragen von einer abstrakten Ebene geholt. 

 

Was den Film ebenfalls unterscheidet, ist seine sehr reduzierte Optik. Ganz simple Raumschiffe, an Octopoden erinnernde Aliens, ein "Zuschauerraum" ohne Nebensächlichkeiten. Kein Design, keine Einrichtung, nichts lenkt von der eigentliche Geschichte ab. Es ist alles da, was notwendig ist, aber nichts mehr. Auch das intensiviert den Film nochmals.

 

Unterm Strich ist Arrivals wirklich ein sehr fokussierter Film, bei dem alles auf die Handlung ausgerichtet ist und der einen sehr in seinen Bann ziehen kann. Man muss ich drauf einlassen und darf keine Action erwarten.  Dann kann der Film eine tolle Wirkung entfalten.

 

 

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