Kritik der MovieGuardians

EIN GANZES HALBES JAHR


Handlung

Louisa Clark (Emilia Clarke) arbeitet in einem kleinen Café. Als sie ihren Job verliert, bekommt sie ein Stellenangebot der Familie Traynor. Sie soll sechs Monate lang als Pflegerin ihren Sohn William (Sam Claflin) betreuen. Dieser ist, seit er von einem Motorrad angefahren wurde, von der Brust abwärts gelähmt. Nachdem sich seine Abneigung gegen sie langsam aufgelöst hat, erfährt Louisa, das Will nur ein Ziel hat. Er möchte sein eigenes Leben beenden...

Bewertung MovieShield

Bewertung: 7/10 Punkte

10 Meisterwerk | 9 überragend | 8 sehr gut | 7 gut | 6 hat was | 5 Durchschnitt | 4 für Fans | 3 schwach | 2 schlecht | 1 sehr schlecht

Fazit

Ein ganzes Halbes Jahr legt den Fokus der Buchvorlage auf die emotionale Beziehung zwischen Louisa und William und das macht der Film mit viel Gefühl und Witz. Wer eine differenzierte Betrachtung zum Thema Sterbehilfe erwartet, wird sicherlich enttäuscht werden. 


Kritik im Detail

Stärken

  • Als Liebesgeschichte ist das Drehbuch solide aufgebaut
  • Die Chemie zwischen Louisa und William, der Kern der Story, funktioniert ganz wunderbar
  • Der Film ist überwiegend sehr humorvoll und lustig
  • Die Motive von William werden recht gut herausgearbeitet, ohne dabei aber in die Tiefe zu gehen
  • Emilia Clarke spielt ihre Rolle wunderbar und überzeugt in den vielen fröhlichen aber auch in den traurigen Momenten
  • Das Finale ist recht oberflächlich, aber überaus gefühlvoll inszeniert 
  • Die Musik und die Songs sind schön ausgesucht und unterstützen die Szenen durch ihre Inhalte sehr gut

Schwächen

  • Trotz der dramatischen Situation ist der Film eher ein Feel-Good-Movie, dass sich nicht im Detail mit dem Leiden von William, mit den resultierenden Konflikten und mit dem Thema Sterbehilfe befasst. Hier wurde viel Potenzial vergeben

Infos

OT Me before You

Genre Liebesfilm, Drama

Regie Thea Sharrock

Land USA

Jahr 2016

Länge 110 Min

FSK ab 12

Darsteller

Emilia Clarke, Sam Claflin, Janet McTeer, Charles Dance, Brendan Coyle, u.a.


Persönliche Analyse & Hintergründe - Spoiler!

Als ich mich im Nachgang mit den Hintergründen zum Film intensiver befasst habe, habe ich häufig die Kritik gelesen, dass der Film Sterbehilfe verharmlose und sogar dafür plädiere, dass behinderte sich umbringen sollten, damit sie den Angehörigen nicht zur Last fallen. Zu letzterem denke ich, dass der Film nicht diese Botschaft sendet. William will sich eindeutig aus intrinsischen Motiven das Leben nehmen, nämlich weil er nicht mehr der Mensch sein kann, zu dem er geboren wurde. Er macht zwar ein paar Randbemerkung, dass es für alle leichter wird, wenn er nicht mehr da ist, aber aus meiner Sicht das überhaupt nicht der Kern der Aussage.

 

Das der Film sich nicht mit dem Thema Sterbehilfe im Detail befasst ist schade, weil das Potenzial da ist. Aber er legt den Fokus  auf die Zwischenmenschliche Beziehungen zwischen Louisa und William und ich denke, dass muss man dem Film zugestehen. Ich habe das Buch nicht gelesen, und das Thema Sterbehilfe scheint dort deutlich besser herausgearbeitet worden zu sein. Dennoch bin ich der Meinung, man darf Filme nicht mit dem Buch vergleichen. Das ist für Leser schwer, aber ein Film ist ein eigenständiges Werk, das nach anderen Gesetzt funktioniert. Ich bin der Meinung, der Film wollte eine bewusst eher positive Stimmung haben, das ist das gute Recht der Regisseurin/des Autors und das hat sie gut umgesetzt. Ich versteh aber auch, wenn Erwartungen enttäuscht werden. Da ich das Buch nicht kenne, und keine Erwartungen hatte, wurde ich auch nicht enttäuscht. 

 

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